Holzers Peepshow

Theaterstück von Markus Köbeli

Eine heile Welt bricht unter dem Druck der materiellen Not zusammen.
Die Bauernfamilie Holzer, sesshaft auf einem kleinen Hof, der nicht mehr genug abwirft, verloren zwischen wohlgenährtem Unterland und luxuriösen Kurorten, wagt einen Schritt in die prosperierende Zukunft. Bauer Holzer, ein alternder Landwirt mit zu wenig Arbeit und zuviel Freizeit, muss feststellen, dass mit einer einzigen Kuh kein grosser Staat zu machen ist.
Eine Peepshow muss her! Von nun an halten die Ausflugsbusse auf dem Weg zu den vornehmen Kurorten nicht nur für eine Pinkelpause und einen Gratisblick auf die schöne Landschaft bei den Holzers an. Vielmehr erhaschen sie nun durch den Einwurf einer Münze einen Blick auf einen (vermeintlichen) bäuerlichen Alltag mit dampfenden Schüsseln und glücklichem (da nichts ahnendem) Grossvater. Nach einigen Pannen beim Live-Spiel wird das rührselige Bauernleben sicherheitshalber mehrsprachig vom Tonband eingespielt, zu dem die fünfköpfige Familie nur noch stumm agiert. Die Szenerie wird zunehmend grotesker. Immer schwieriger wird es, dem klischeegeladenen Publikumsgeschmack mit einer unverwüstlichen, gotthelfschen Szenerie aus der guten Stube die Stange zu halten. Die Spannung zwischen vorgespielter Idylle und akuter Wahrheit wird zunehmend unerträglich.

Stück: Markus Köbeli
Regie: Reto Lang
Assistenz: Therese Sauser
Bühnenbild / Dramaturgie: Heinz Egger
Kostüme: Christina Wenger
Bühnentechnik: Fritz Steiner / Peter Schläfli

Besetzung:

Martha Holzer, Mutter Marie Louise van Laer
Anna Holzer, Tochter Barbara Schmutz
Hans Holzer, Vater Franz Mumenthaler
Hans Holzer junior, Sohn Hans Rudolf Kummer
Hans Holzer senior, Opa Peter Morgenthaler

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